Atomindustrie im Größenwahn – Sechs neue AKWs auf einen Streich

EDF will in Jaitapur gleichzeitig sechs Atomkraftwerke vom Typ EPR bauen. Mit dem bislang größten Geschäft soll die größte Atomanlage der Welt gebaut werden – in einem Erdbebengebiet. Fukushima lässt grüßen.

Modell der 6 EPRs in Jaitapur

Modell der 6 EPRs in Jaitapur

Areva hat in Flamanville/Frankreich, in Olkiluoto/Finnland und Taishan/China bewiesen, dass sie keinen EPR fertig stellen kann. Um den Bankrott abzuwenden, übernimmt EDF das AKW-Geschäft von Areva. Während Hollandes Besuch in Indien haben EDF und NPCIL am 26. Januar 2016 eine Absichtserklärung über den Bau von sechs EPRs in Jaitapur unterzeichnet. Die Regierungschefs Frankreichs und Indiens erwarten, dass sich die beiden Staatsfirmen bis zum Jahresende über die Kosten verständigen und einen Vertrag abschließen. Mit dem Bau soll 2017 begonnen werden.

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1.000 Festnahmen bei Anti-AKW-Demo in Jaitapur

Am 12. Dezember 2015 demonstrierten Tausende in Paris für Klimagerechtigkeit. Am gleichen Tag protestierten in Jaitapur etwa 1.300 Menschen mit einer “Jail Bharo” Aktion gegen das geplante AKW und insbesondere gegen das Atomabkommen mit Japan. Die Polizei stoppte den Demonstrationszug von Nate zum zehn Kilometer entfernten Bauplatz des AKW Jaitapur auf halber Stecke und nahm 1.087 Demonstrierende fest. Die Festgenommenen wurden registriert und dann nach Nate, dem Ausgangsort der Demo, zurück transportiert.

Jaitapur20151212_Demo

Polizei stoppt Demonstration

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Proteste gegen indisches Atomprogramm während COP21

Die indische Regierung propagiert den Ausbau der Atomenergie als Maßnahme gegen den Klimawandel. In ihrer Absichtserklärung zum Klimagipfel in Paris kündigt sie eine Vervielfachung der heutigen Atomkraft-Kapazität an: von heute 5,7 GW auf 63 GW im Jahre 2032. Dazu müssten sechzig neue Atomkraftwerken gebaut werden. Mindestens dreißig dieser AKWs sollen importiert werden. Ein Riesengeschäft für die internationale Atomindustrie.

Protest vor Areva-Zentrale

Der französische Staatskonzern Areva möchte mit dem Bau von sechs EPR-AKWs in Jaitapur seinen Anteil an diesem Geschäft sichern. Für Aktivist/innen aus vier Ländern war das der Anlass, am 10.Dezember 2015 die Areva Zentrale in Paris aufzusuchen. Vor dem Eingang des schwarzen Areva-Turms in La Defense forderten sie Areva auf, den Uranabbau einzustellen. Den Beschäftigten überbrachten sie aus Jaitapur den Appell „Arbeitet nicht für Atomkraft“. Die Protestierenden solidarisierten sich mit dem Widerstand in Jaitapur. Areva-Beschäftigte quittierten den Protest mit blödem Grinsen. Die in La Defense patrouillierenden Uniformträger ignorierten die Aktivist/innen (Bild 1).

Bild 1: Protest vor der Areva-Zentrale

Bild 1: Protest vor der Areva-Zentrale

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COP21 – Don’t nuke the climate!

Nuclear power is no solution. India government plans expansion of nuclear power against strong opposition of local people. Next step could be a nuclear agreement between India and Japan, signed during Abe’s visit to India this week. There will be international protests against this agreement.

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Kudankulam 1: Sechs Monate Betrieb, mehr als sechs Monate Wartung

Am 24. Juni 2015 wurde das AKW Kudankulam 1 für die Jahreswartung vom Netz genommen. Der Abschluss der Wartungsarbeiten wurde seither sechs mal verschoben. Es ist fraglich, ob der Reaktor dieses Jahr wieder ans Netz geht. Eine offizielle Erklärung der Betreibergesellschaft NPCIL zu den Problemen im AKW Kudankulam gibt es nicht. Kudankulam 1 hatte am 31.12.2014 den kommerziellen Betrieb aufgenommen.

Detail-Informationen mit Quellen: AKW Kudankulam: Sechs Monate Betrieb, mindestens drei Monate Wartung

Nachtrag 20.11.2015:

Die Wartung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Netzbetreiber veröffentlichte heute den 25. Dezember 2015 als Datum für die Wiederaufnahme der Stromlieferung. Davor war der 19. November 2015 genannt worden.

Inzwischen gibt es auch eine offizielle Erklärung: Das AKW habe “Probleme beim Zahnen”, wie das halt bei neuen Technologien üblich sei. Damit die Autos von Maruti perfekt werden konnten, hätten erst zehn Millionen Stück produziert werden müssen. Quelle: Kudankulam delays are on ‘teething problems’, says AEC chairman.

Nachtrag 26.12.2015:

Die Wartung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Netzbetreiber veröffentlichte heute den 20. Januar 2016 als Datum für die Wiederaufnahme der Stromlieferung. Davor war der 25. Dezember 2015 genannt worden.

Der Vorsitzende der Atomenergiekommission, Sekhar Basu, erklärte, Kudankulam 1 werde ganz bestimmt (“in all certainty”) im Januar 2016 wieder den Betrieb aufnemen, die Brennelemente seien geladen, nun werde es kein anderes größeres Problem mehr geben.

Nachtrag 17.1.2016:

Die Wiederinbetriebnahme des AKW Kudankulam 1 wird jetzt am 24. Januar 2016 erwartet. Zwischenzeitlich waren der 5. und der 16. Januar genannt worden. Der indische Atomminister Jitendra Singh kündigte an, das AKW werde “bald” wieder den Betrieb aufnehmen. Die lange Wartung sei ein ganz “natürlicher Prozess”.

Nachtrag 24.1.2016:

Der Reaktor wurde laut Medienberichten am 21. Januar 2016 kritisch. Strom soll er nach aktueller Prognose ab 28. Januar liefern.

Nachtrag 28.1.2016:

Immer noch kein Strom aus Kudankulam, die Aufnahme der Stromerzeugung wurde auf den 31. Januar 2016 verschoben.

Nachtrag 31.1.2016:

Nach Informationen der Netzgesellschaft ging das AKW Kudankulam 1 am 30.1.2016 um 7:12 wieder ans Netz – allerdings nur für kurze Zeit: Um 17:35 Uhr fiel es wieder aus. Über die voraussichtliche Dauer des Ausfall machte die Netzgesellschaft keine Angaben.

Der AKW Chef S. Sundar teilte dagegen in der Times of India mit, das AKW werde am 31.1.2016 wieder ans Netz gehen. Er äußerte auch die Hoffnung, zwei Tage später würde dann die volle Leistung von 1.000 MW erreicht.

Kudankulam 2: Keine Prognose für Betriebsbeginn möglich

Die staatliche AKW-Betreibergesellschaft NPCIL wagt keine Prognose für den Beginn des kommerziellen Betriebs des zweiten Blocks in Kudankulam. Auch ein Datum für den Beginn des Probebetriebes oder für das erste Hochfahren kann sie nicht mehr nennen. Zu den ständigen Verzögerungen gibt es keine offiziellen Erklärungen.

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Kudankulam 3 und 4: Eine Win-Win-Situation im Sinne der Kudankulam-Strategie

Lange habe ich die Strategie der Atomindustrie in Kudankulam nicht verstanden: Warum wurden gleich zwei AKWs gebaut und warum wurden zwei weitere bestellt, bevor das erste Strom liefern konnte.

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Hinkley says NO to Jaitapur

Bei einer Protestkundgebung am 9. Oktober 2015 haben sich AktivistInnen in Hinkley (UK) mit der Bewegung gegen das AKW Jaitapur solidarisiert.

In Hinkley möchte EDF/Areva zwei EPRs bauen, mit irrsinnigen Staatssubventionen. In Jaitapur sollen es sechs EPRs sein. Wenn es gelingt das Vorhaben in Hinkley zu stoppen, wird Jaitapur noch schwerer durchsetzbar sein.

Unterstützt die Kampagne Kein Geld für Atom – Stoppt Brüssel!

Regierung Tamil Nadus fordert Modi auf, AKW Kudankulam wieder in Betrieb zu nehmen

Die Ministerpräsidentin Tamil Nadus, Jayalalithaa, forderte am 7.Oktober Premierminister Modi auf, das AKW Kudankulam wieder in Betrieb zu nehmen. Der Block 1 des AKW sei nun seit neunzig Tagen heruntergefahren. Der Reaktor müsse sofort wieder ans Netz, da die Windsaison zu Ende gehe. Modi solle die zuständigen Beamten der NPCIL anweisen, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, damit der Reaktor sofort wieder in Betrieb gehe. Außerdem solle Modi die Inbetriebnahme des zweiten Blocks beschleunigen. (Brief 7.10.15).

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AKW Kudankulam: Sechs Monate Betrieb, mindestens drei Monate Wartung

Am 24.Juni 2015 ging der erste Block des AKW Kudankulam für die Jahresinspektion vom Netz. Die Inspektion, die ursprünglich am 20.August abgeschlossen sein sollte, wurde zunächst bis 20.September 2015 verlängert. Gründe für die Verlängerung der Wartung wurden der Bevölkerung nicht mitgeteilt. Der Reaktor hatte am 31.12.2014 den kommerziellen Betrieb begonnen. Seither gab es bereits zwei Notabschaltungen.

Während der Wartung sollen auch Brennelemente ausgetausch werden. Die abgebrannten Brennelemente werden auf dem AKW-Gelände gelagert. In diesem Zusammenhang sieht S.P.Udayakumar die Forcierung der Verfahren gegen Atom-GegnerInnen als Warnung vor Protesten. Über 100 Beschuldigte mussten am 18.August 2015 vor Gericht erscheinen. Die Verhandlung wurde auf Ende Oktober vertagt.

Nachtrag 10.9.15:

AKW Kudankulam erklärte ohne Zustimmung der Regulierungsbehörde den Beginn des kommerziellen Betriebs. Der abschließende Test scheiterte.

Analyse der Inbetriebnahme von Kudankulam 1

Nachtrag 23.9.2015:

Die Wieder-Inbetriebnahme wurde auf den 7.Oktober 2015 verschoben, Gründe dafür wurden nicht mitgeteilt.

Nachtrag 03.10.2015:

VT Padmanabhan, Paul Dorfman erwarten in ihrer Analyse KUDANKULAM NUCLEAR POWER PLANT FAILED IN THE COMMISSIONING TEST SEVEN TIMES AND IS READY FOR DECOMMISSIONING, dass der erste Block dieses Jahr nicht mehr ans Netz gehen wird. Sie beziehen sich auf eine Verlautbarung aus dem AKW, wonach man auf Ersatzteile aus Russland warte und erst im Dezember wieder in Betrieb gehen werde.

Nachtrag 07.10.2015:

Wie erwartet, konnte das AKW auch am 7. Oktober (letzte offizielle Ankündigung) nicht ans Netz, offiziell soll die Wartung jetzt bis 30. Oktober 2015 dauern.

Nachtrag 12.11.2015:

Die Wartung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Netzbetreiber veröffentlichte heute den 19. November 2015 als Datum für die Wiederaufnahme der Stromlieferung. Davor war der 11.November 2015 genannt worden, davor der 3. November. Alleine im November drei Terminverschiebungen.

Inzwischen kursieren auch Meldungen, wonach es Probleme bei den Kühlpumpen gäbe und eine Wieder-Inbetriebnahme erst im Dezember 2015 zu erwarten sei.