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Falschmeldung über angebliche Kürzung des indischen AKW-Programms auf ein Drittel

Selbst atomkritische Medien verbreiteten die Falschmeldung, die indische Regierung habe im April 2018 ihre AKW-Pläne auf ein Drittel gekürzt. Tatsächlich wurden die Ausbauziele auch nicht minimal reduziert. Die Modi-Regierung wird allerdings nur einen Teil der geplanten AKWs bauen können.

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Nuclear Lies – Film jetzt auf Youtube

Der Film von Praved Krishnapilla über Indiens Atomindustrie ist seit April 2018 auf Youtube verfügbar: https://youtu.be/vx0GpGcEhBE
Hier gibt es Hintergrundinformationen zum Film.

Chutka grüßt die internationale Anti-Atom-Bewegung

Chutka im April 2018

Hier weitere Informationen zum Kampf gegen das AKW Chutka.

Chutka im April 2018

Neckarwestheim im Februar 2018

Die “Atomkraft – Nein Danke” – Fahne wurde beim Sonntagsspaziergang des ABC im Februar 2018 signiert.

Macron und Modi wollen das AKW, die Menschen in Jaitapur nicht

Anlässlich Macrons Staatsbesuch in Indien bestätigten die beiden Regierungschefs, dass in Jaitapur das größte AKW der Welt gebaut werden soll. Die nun schon zehn Jahre andauernden Verhandlungen sollen wieder einmal forciert werden. Wieder wurde anlässlich des Staatsbesuches ein Abkommen geschlossen: EdF soll Pläne, Technik und Komponenten für die ersten beiden Reaktoren liefern, bei den vier weiteren Reaktoren soll der Anteil der in Indien gefertigten Komponenten gesteigert werden. Dazu wurden Maßnahmen für den Technologietransfer und die Qualifizierung indischer Fachkräfte vereinbart.

Von den Kosten für die sechs Reaktoren ist keine Rede. Da liegen die Vorstellungen der beiden Seiten nach wie vor weit auseinander. Der Preis für den Atomstrom aus Jaitapur würde zwei- bis dreimal so hoch sein wie Solarstrom. EDF konnte bisher kein Angebot vorlegen. Nach den Erfahrungen in Olkiluoto, Flamanville und Taishan wird EDF in Jaitapur nicht die Verantwortung für den Bau der AKWs übernehmen. Das Risiko soll die indischen Seite tragen. Diese weist immer wieder daraufhin, dass EDF keine erfolgreiches Referenzprojekt vorweisen kann.

Einige Pressemeldungen nennen „Streitigkeiten über Landrechte und Protesten von Umweltaktivisten” als Ursache für das bisherige Scheitern des AKW-Projekts Jaitapur.

Mit einer Demonstration am 10.März bekräftigten die betroffenen Menschen in der Gegend um Jaitapur ihre Ablehnung der Atompläne.

Informationsquellen: NZZ, ToI

Wahlboykott gegen AKW-Pläne

Die WählerInnen in Chutka (Madhya Pradesh) haben am 17. Januar 2018 die Kommunalwahlen boykottiert. Sie fordern die Einstellung aller Vorarbeiten für die geplanten Atomkraftwerke. Bis auf einige Staatsbedienstete, wie Lehrer, beteiligte sich in Chutka niemand an den Wahlen. Die Beamten erklärten öffentlich, auf sie sei massiver Druck ausgeübt worden. Die Menschen in Chutka folgten auch nicht der Bitte der Wahlleitung, auf den Wahlmaschinen wenigstens den NOTA-Knopf zu drücken. Solange ihre Forderungen ignoriert würden, würden sie keine Wahlmaschine mehr anfassen. NOTA steht für “None Of The Above” (= keine Partei, bzw. kein Kandidat auf der Liste). In Chutka sollen mehrere 700-Megawatt-Reaktoren gebaut werden.

Bericht dazu auf Dianuke.org.

Atomkraftwerke für Indiens militärische Supermacht-Ambitionen

Da einerseits der Ausbau der Atomenergie auch in Indien immer absurder erscheint und anderseits die indische Regierung nicht blöd ist, stellt sich die Frage nach den wirklichen Zielen des indischen Atomenergieprogramms. Dieser Beitrag stellt folgende These zur Diskussion: Mit dem Bau von Atomkraftwerken soll eine einheimischen Atomindustrie aufgebaut werden, die in der Lage ist, die indische Kriegsmarine mit Atomantrieben auszurüsten.

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Indische Adivasi an der Narmada sollen zum zweiten Mal vertrieben werden – diesmal für ein Atomkraftwerk

von Kumar Sundaram

Das geplante Atomkraftwerk von Chutka im überwiegend von Ureinwohnern bewohnten Landkreis Mandla in Zentralindien wird hunderte Menschen zum zweiten Mal vertreiben und die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen. Gegen dieses Unrecht und die Bedrohung ihrer Sicherheit und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen haben die DorfbewohnerInnen einen entschlossenen und erbitterten, doch gewaltfreien Kampf aufgenommen.

Als im Juli 2017 Ingenieure des staatlichen AKW-Betreibers NPCIL (Nuclear Power Corporation India Limited) das Dorf Chutka aufsuchten, um Proben für die Untersuchung des Baugrunds zu entnehmen, versammelten sich schnell dutzende Frauen und verjagten  die Ingenieure.

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Kudankulam: Atomkraft unzuverlässiger als Windenergie

Die Stromerzeugung im AKW Kudankulam sei höchst unzuverlässig, schlechter als bei der Windenergie. Eine Planung der Stromversorgung mit den beiden Meilern sei nicht möglich, klagte ein Vertreter des staatlichen Stromversorgungsunternehmens Tangedco.

Nur wenige Tage nachdem in den Medien gefeiert worden war, dass beide Blöcke erstmals gleichzeitig ihre Nennleistung erbringen, musste Block 1 am 10. Dezember 2017 wegen technischer Probleme wieder heruntergefahren werden.

Quelle: https://timesofindia.indiatimes.com/city/chennai/power-generation-hit-at-kudankulam-nuclear-plant-after-technical-snag/articleshow/62031195.cms

Baubeginn AKW Ruppur – Bangladesch bekämpft Armut mit Atomkraft

Am 30. November 2017 wurde mit dem ersten Betonguss der Baubeginn des ersten Atomkraftwerkes in Bangladesch gefeiert. 160 km nordwestlich von Dhaka, 30 km von der indischen Grenze entfernt baut der russische Staatskonzern Rosatom das AKW Ruppur: zwei Reaktoren vom Typ VVER 1200. In 6-7 Jahren sollen sie ans Netz gehen. Finanziert wird der Bau mit russischen Staatskrediten. Einschließlich Zinsen soll Bangladesch zunächst bis zu zwanzig Milliarden US-Dollar für das AKW bezahlen (energybangla). Kosten für Wartung, Brennelemente, Rücknahme des Atommülls sind dabei nicht berücksichtigt.

Erstmals wird sich Indien am Bau von Atomkraftwerken im Ausland beteiligen. Bisher ist die Ausbildung von Expertinnen in Kudankulam vereinbart. Künftig will Indien auch Komponenten liefern (hindustantimes).

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Uranabbau in Indien – Ein Interview mit dem Anti-Atom-Aktivisten Xavier Dias

Im Jahr 2000 hatte GWR-Mitherausgeber Lou Marin mit dem indischen Anti-Atom-Aktivisten Xavier Dias über die Kämpfe gegen den Uranabbau in Jadugora gesprochen. Das Gespräch wurde im Buch “Das andere Indien” im Verlag Graswurzelrevolution veröffentlicht (Adivasi-Aufstand gegen das Atomklo Indiens).

Xavier Dias (Foto von Amirthraj Stephen)

Fünfzehn Jahre später berichtete Xavier in dem Film “Nuclear Lies” von den Folgen des Uranabbaus. Xavier Dias kämpft seit Jahrzehnten gegen das indische Atomprogramm und seit über 25 Jahren gegen den Uranabbau und die radioaktive Verseuchung in Jharkhand. Im Mai 2017 haben wir Xavier zur aktuellen Situation befragt.

 

Zum Interview in der Graswurzelrevolution …