Tag Archives: Nachricht

Kakrapar: AKW hat Pocken

Am 23. März 2017 berichtete die englische MailOnline, indische Atomkraftwerke hätten sich mit Pocken infiziert. Zwei AKWs in Kakrapar seien deshalb abgeschaltet worden. Pocken seien eigentlich weltweit ausgerottet. Allerdings werde befürchtet, in den 80er Jahren hätten Terroristen Pockenviren aus russischen Laboren entwendet.

Diese schräge Geschichte hat leider einen realen Hintergrund: Am 11. März 2016 löste ein Kühlmittelverlust im Block 1 des AKW Kakrapar eine Notabschaltung und einen Alarm im Atomkraftwerk aus. Seither sind beide Blöcke des AKW außer Betrieb, Block 2 war schon seit Juli 2015 in der “Jahreswartung”. Auch heute sind die Ursachen für den Kühlmittelverlust völlig unklar.

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Stopp EPR – Proteste in Flamanville und in Jaitapur

Am letzten Wochenende demonstrierten in Frankreich und in Indien Tausende gegen AKW-Bau-Projekte der EDF.

Am 2.Oktober versammelten sich über 1.000 Menschen in der Nähe des Bauplatzes für das AKW-Jaitapur. Wie Vaishali Patil auf Facebook berichtet, votierten die AKW-GegnerInnen am Geburtstag Gandhis für eine gewaltfreie Strategie im Kampf gegen das EDF-Projekt. Auf der Versammlung berichteten Aktive aus Tarapur, dem Standort des ältesten indischen Atomkraftwerkes. Aus Mithi Virdi in Gujarat überbrachten vom dort geplanten AKW Betroffene eine Solidaritätsadresse. Über zwanzig Menschen unterstrichen ihre Entschlossenheit mit einem zweitägigen Hungerstreik.

In Flamanville demonstrierten am 1.Oktober 2016 rund 5.000 Menschen (mehr Infos). Dort versucht die EDF seit Jahren ein weiteres AKW vom Typ EPR zu bauen. Die Kosten haben sich inzwischen verdreifacht, die Bauzeit hat sich mehr als verdoppelt. Bekannte Qualitätsmängel könnten die Einstellung des Projektes erzwingen. An der Demonstration nahmen auch englische AKW-GegnerInnen aus Hinkley-Point teil. Für die zwei Hinkley-Point-Reaktoren wurden vor kurzem die Verträge unterschrieben.

Im westindischen Jaitapur sollen gleich sechs EPRs gebaut werden. Die indische Regierung erhofft sich einen Mengenrabatt. Bisher gibt es nur Absichtserklärungen, Vorverträge und eine Mauer um den Bauplatz.

Jharkhand: Unglück in Uranmine fordert drei Menschenleben

Am 28. Mai 2016 kamen bei einem schweren Unfall in der Turamdih Uranmine in der Nähe von Jaduguda in Jharkhand drei Arbeiter ums Leben. Ein Wassereinbruch in 250 Metern Tiefe war den Arbeitern zum Verhängnis geworden. Laut Aussagen der Betreiberfirma UCIL waren die Arbeiter dabei, Schlamm am Boden des Aufzugsschachtes zu beseitigen.

Den Vorwurf, die besessene Ausrichtung auf Kostensenkungen habe zu einer kriminellen Vernachlässigung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen geführt, weist die UCIL von sich. Alle Betriebe der UCIL seien sicher. Die Produktion in der Turamdih Mine sei wieder aufgenommen worden. Für die durchschnittliche Tagesproduktion von 700 Tonnen sei der Unfall unerheblich. Die interne Untersuchung werde in wenigen Tagen abgeschlossen sein.

Die UCIL beschäftigt über Subunternehmen illegal Leiharbeiter auch in sicherheitskritischen Bereichen. Forderungen nach Einhaltung von Sicherheitsstandards beantwortet sie mit Repression. Der Uranabbau in Jharkhand zerstört die natürlichen Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung.

India’s nuclear dream is turning out to be a nightmare for Adivasis in Jharkhand – Scroll.in

Screams & silence, mine mishap toll 3 – The Telegraph

Production resumes at UCIL mine – Times of India

Entwarnung im AKW Kakrapar

Am 22. März teilte die indische Atomaufsichtsbehörde AERB mit, der Notstand im Atomkraftwerk Kakrapar sei aufgehoben. Das Leck sei isoliert. Die Brennelemente seien aus der defekten Druckröhre entfernt worden, berichtet die Betreibergesellschaft NPCIL. Eine erhöhte radioaktive Strahlung sei weder auf dem Fabrikgelände noch außerhalb zu beobachten gewesen. Bei den Reparaturarbeiten sei auch kein Beschäftigter einer unzulässigen Strahlendosis ausgesetzt worden. Die Messwerte wurden nicht veröffentlicht.

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Das Atomleck in Kakrapar ist ernster als die indische Regierung zugibt

von Kumar Sundaram am 14.3.16

Vor drei Tagen wurde ein Leck im Primärkreislauf des erste Blocks des Atomkraftwerks Kakrapar (KAPS) im indischen Bundesstaat Gujarat gemeldet. Seither gaben weder der Betreiber NPCIL (Nuclear Power Corporation of India Ltd.) noch die Regulierungsbehörde für Atomenergie (AERB) einen aktualisierten  Stand bekannt. In der Presseerklärung vom 11.März 2016 teilte die NPCIL mit, es gäbe keine Freisetzung von Strahlung und alle Arbeiter seien sicher.

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Kühlmittelverlust löste Alarm im AKW Kakrapar aus

Auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Beginn der Katastrophe in Fukushima, am 11. März 2016, wurde im westindischen AKW Kakrapar der Notfall ausgerufen. Die Distriktverwaltung und die Katastrophendienste wurden alarmiert. Nach der Entdeckung eines Lecks im Primärkreislauf war die Notabschaltung des Schwerwasser-Reaktors eingeleitet worden. Schon wenige Stunden später wurde verlautbart, alles sei unter Kontrolle, Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden.

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Schon wieder Notabschaltung des AKW Kudankulam

Am Abend des 16. Februars musste der erste Block des AKW Kudankulam schon wieder heruntergefahren werden. Zu den Ursachen gibt es nur spärliche und widersprüchliche Hinweise. In einigen Medien wird ein Leck im Sekundärkreislauf genannt, in der Statistik der Netzgesellschaft werden ganz allgemein Mängel der Instrumentierung (“Instrumentation Deficiencies“) für den Ausfall verantwortlich gemacht.

Das AKW war gerade mal zwei Tage am Netz. Davor war es wegen eines Lecks im Sekundärkreislauf zehn Tage abgeschaltet. Der im Dezember 2014 begonnene kommerzielle Betrieb mündete im Juni 2015 nach mehreren Notabschaltungen in einer siebenmonatigen Wartungsphase. Nach Abschluss der Wartungsarbeiten am 31. Januar 2016 lieferte der Reaktor gerade mal vier Tage lang Strom.

Die Inbetriebnahme des zweiten Blocks verzögert sich weiter, da er immer wieder als Ersatzteillager für den ersten Block herhalten muss. Wie üblich versuchen die AKW-Betreiber Probleme mit Positivnachrichten zu übertünchen. Diesmal wird über den Beginn der Aushubarbeiten für den dritten und vierten Block berichtet.

Quellen: Countercurrents, Business Standard, The Hindu, Zeenews

Leck im AKW Kudankulam

Am 4. Februar 2016 musste das AKW Kudankulam wegen eines Lecks im Sekundärkreislauf abgeschaltet werden. Das AKW war erst am 31. Januar nach einer sieben-monatigen Wartung ans Netz gegangen, seine Leistung sollte nach und nach auf 1000 MW hochgefahren werden. Bei 757 MW war Schluss. Die Betreibergesellschaft NPCIL erwartet, in wenigen Tagen die Stromlieferung wieder aufnehmen zu können.

Kudankulam 1 hat eine katastrophale Bilanz: Die Wartung hatte im letzten Juni begonnen, ihr Abschluss musste mehr als zehn Mal verschoben werden. Vor der Wartung war das AKW nicht einmal sechs Monate im kommerziellen Betrieb, unterbrochen durch zwei Notabschaltungen.

Kudankulam 1 ist das neueste AKW der russischen Rosatom. Die indische Regierung hat schon weitere Reaktoren des gleichen Typs geordert.

Quellen:

http://www.srldc.org/var/ftp/reports/unit/2016/Feb16/04-02-2016-unit.pdf
https://in.news.yahoo.com/kudankulam-n-plant-down-due-steam-leak-050803328.html
http://indien.antiatom.net/kudankulam-1-sechs-monate-betrieb-sechs-monate-wartung/

Nachtrag 11.2.2016:

Die Betreibergesellschaft kann keinen Termin für die Wiederinbetriebnahme des AKW nennen. Der zuletzt genannte Termin, der 7. Februar 2016, konnte bis heute nicht aktualisiert werden. Kritiker fassen zusammen: “Das AKW funktioniert nicht. Zwanzig Mal fiel es aus und nach der Inbetriebnahme war es die meiste Zeit nicht am Netz.” (Dianuke 11.2.16).

Nachtrag 12.2.2016:

Heute wurde der 15. Februar 2016 als Datum für die erwartete Wieder-Inbetriebnahme veröffentlicht.

Atomindustrie im Größenwahn – Sechs neue AKWs auf einen Streich

EDF will in Jaitapur gleichzeitig sechs Atomkraftwerke vom Typ EPR bauen. Mit dem bislang größten Geschäft soll die größte Atomanlage der Welt gebaut werden – in einem Erdbebengebiet. Fukushima lässt grüßen.

Modell der 6 EPRs in Jaitapur

Modell der 6 EPRs in Jaitapur

Areva hat in Flamanville/Frankreich, in Olkiluoto/Finnland und Taishan/China bewiesen, dass sie keinen EPR fertig stellen kann. Um den Bankrott abzuwenden, übernimmt EDF das AKW-Geschäft von Areva. Während Hollandes Besuch in Indien haben EDF und NPCIL am 26. Januar 2016 eine Absichtserklärung über den Bau von sechs EPRs in Jaitapur unterzeichnet. Die Regierungschefs Frankreichs und Indiens erwarten, dass sich die beiden Staatsfirmen bis zum Jahresende über die Kosten verständigen und einen Vertrag abschließen. Mit dem Bau soll 2017 begonnen werden.

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1.000 Festnahmen bei Anti-AKW-Demo in Jaitapur

Am 12. Dezember 2015 demonstrierten Tausende in Paris für Klimagerechtigkeit. Am gleichen Tag protestierten in Jaitapur etwa 1.300 Menschen mit einer “Jail Bharo” Aktion gegen das geplante AKW und insbesondere gegen das Atomabkommen mit Japan. Die Polizei stoppte den Demonstrationszug von Nate zum zehn Kilometer entfernten Bauplatz des AKW Jaitapur auf halber Stecke und nahm 1.087 Demonstrierende fest. Die Festgenommenen wurden registriert und dann nach Nate, dem Ausgangsort der Demo, zurück transportiert.

Jaitapur20151212_Demo

Polizei stoppt Demonstration

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