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Neue AKWs kaputt – kein Strom aus Kudankulam

Nach seiner Wiederinbetriebnahme am 11. April 2017 produzierte das AKW Kudankulam 2 nicht einmal einen Monat lang. Am Donnerstag, dem 4. Mai 2017, war es wieder soweit: Das AKW musste heruntergefahren werden. Die Turbine müsse repariert werden, hieß es am Freitag. Am Samstag wurde mitgeteilt, Dampf und Wasser seien ausgetreten. Der Reaktor müsse heruntergekühlt werden, bevor Reparaturarbeiten durchgeführt werden könnten. Am 11. Mai werde das AKW wieder hochgefahren.

Das AKW Kudankulam 1 wurde schon am 13. April heruntergefahren, angeblich für eine 72 Tage dauernde Jahreswartung – ausgerechnet in der heißen Jahreszeit, wenn der Strombedarf in Südindien am höchsten ist.

Derzeit liefert im Bundesstaat Tamil Nadu nur das AKW MAPS 2 in Kalpakkam Strom, MAPS 1 wird seit dem 19. März 2017 gewartet.  Atomstrom ist zuverlässig: Die AKWs in Tamil Nadu liefern zur Zeit immerhin fast 8 Prozent ihrer Nennleistung (190 von 2440 MW).

Kudankulam-2 kommerziell “in Betrieb”

Am 31. März 2017 ging das AKW Kudankulam-2 kommerziell “in Betrieb” – aber nur bis 0:58 Uhr am 3. April 2017. Da war die erste Notabschaltung nach Beginn des kommerziellen Betriebs fällig (“to rectify the passing of steam dump valves to condenser in secondary side”, SLRDC).

Kudankulam-1 war seinerzeit besser: Es musste im Januar 2015 erst vierzehn Tage nach Beginn des kommerziellen Betriebs abgeschaltet werden. Das funkelnagenlneue Kraftwerk lieferte im ersten Jahr seines “Betriebs” gerade einmal 40 Prozent der Soll-Leistung (IAEA PRIS).

“Kommerziell im Betrieb” heißt eben nicht, dass so ein AKW auch wirklich Strom liefert. Das Nuklearforum Schweiz behauptet in seiner Meldung zu Kudankulam, in Indien seien gegenwärtig 22 Reaktoren in Betrieb. Eines davon ist das AKW Rajasthan-1, das 2004 zum letzten Mal Strom lieferte.

Schon wieder Notabschaltung des AKW Kudankulam

Am Abend des 16. Februars musste der erste Block des AKW Kudankulam schon wieder heruntergefahren werden. Zu den Ursachen gibt es nur spärliche und widersprüchliche Hinweise. In einigen Medien wird ein Leck im Sekundärkreislauf genannt, in der Statistik der Netzgesellschaft werden ganz allgemein Mängel der Instrumentierung (“Instrumentation Deficiencies“) für den Ausfall verantwortlich gemacht.

Das AKW war gerade mal zwei Tage am Netz. Davor war es wegen eines Lecks im Sekundärkreislauf zehn Tage abgeschaltet. Der im Dezember 2014 begonnene kommerzielle Betrieb mündete im Juni 2015 nach mehreren Notabschaltungen in einer siebenmonatigen Wartungsphase. Nach Abschluss der Wartungsarbeiten am 31. Januar 2016 lieferte der Reaktor gerade mal vier Tage lang Strom.

Die Inbetriebnahme des zweiten Blocks verzögert sich weiter, da er immer wieder als Ersatzteillager für den ersten Block herhalten muss. Wie üblich versuchen die AKW-Betreiber Probleme mit Positivnachrichten zu übertünchen. Diesmal wird über den Beginn der Aushubarbeiten für den dritten und vierten Block berichtet.

Quellen: Countercurrents, Business Standard, The Hindu, Zeenews

Leck im AKW Kudankulam

Am 4. Februar 2016 musste das AKW Kudankulam wegen eines Lecks im Sekundärkreislauf abgeschaltet werden. Das AKW war erst am 31. Januar nach einer sieben-monatigen Wartung ans Netz gegangen, seine Leistung sollte nach und nach auf 1000 MW hochgefahren werden. Bei 757 MW war Schluss. Die Betreibergesellschaft NPCIL erwartet, in wenigen Tagen die Stromlieferung wieder aufnehmen zu können.

Kudankulam 1 hat eine katastrophale Bilanz: Die Wartung hatte im letzten Juni begonnen, ihr Abschluss musste mehr als zehn Mal verschoben werden. Vor der Wartung war das AKW nicht einmal sechs Monate im kommerziellen Betrieb, unterbrochen durch zwei Notabschaltungen.

Kudankulam 1 ist das neueste AKW der russischen Rosatom. Die indische Regierung hat schon weitere Reaktoren des gleichen Typs geordert.

Quellen:

http://www.srldc.org/var/ftp/reports/unit/2016/Feb16/04-02-2016-unit.pdf
https://in.news.yahoo.com/kudankulam-n-plant-down-due-steam-leak-050803328.html
http://indien.antiatom.net/kudankulam-1-sechs-monate-betrieb-sechs-monate-wartung/

Nachtrag 11.2.2016:

Die Betreibergesellschaft kann keinen Termin für die Wiederinbetriebnahme des AKW nennen. Der zuletzt genannte Termin, der 7. Februar 2016, konnte bis heute nicht aktualisiert werden. Kritiker fassen zusammen: “Das AKW funktioniert nicht. Zwanzig Mal fiel es aus und nach der Inbetriebnahme war es die meiste Zeit nicht am Netz.” (Dianuke 11.2.16).

Nachtrag 12.2.2016:

Heute wurde der 15. Februar 2016 als Datum für die erwartete Wieder-Inbetriebnahme veröffentlicht.

Kudankulam 1: Sechs Monate Betrieb, mehr als sechs Monate Wartung

Am 24. Juni 2015 wurde das AKW Kudankulam 1 für die Jahreswartung vom Netz genommen. Der Abschluss der Wartungsarbeiten wurde seither sechs mal verschoben. Es ist fraglich, ob der Reaktor dieses Jahr wieder ans Netz geht. Eine offizielle Erklärung der Betreibergesellschaft NPCIL zu den Problemen im AKW Kudankulam gibt es nicht. Kudankulam 1 hatte am 31.12.2014 den kommerziellen Betrieb aufgenommen.

Detail-Informationen mit Quellen: AKW Kudankulam: Sechs Monate Betrieb, mindestens drei Monate Wartung

Nachtrag 20.11.2015:

Die Wartung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Netzbetreiber veröffentlichte heute den 25. Dezember 2015 als Datum für die Wiederaufnahme der Stromlieferung. Davor war der 19. November 2015 genannt worden.

Inzwischen gibt es auch eine offizielle Erklärung: Das AKW habe “Probleme beim Zahnen”, wie das halt bei neuen Technologien üblich sei. Damit die Autos von Maruti perfekt werden konnten, hätten erst zehn Millionen Stück produziert werden müssen. Quelle: Kudankulam delays are on ‘teething problems’, says AEC chairman.

Nachtrag 26.12.2015:

Die Wartung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Netzbetreiber veröffentlichte heute den 20. Januar 2016 als Datum für die Wiederaufnahme der Stromlieferung. Davor war der 25. Dezember 2015 genannt worden.

Der Vorsitzende der Atomenergiekommission, Sekhar Basu, erklärte, Kudankulam 1 werde ganz bestimmt (“in all certainty”) im Januar 2016 wieder den Betrieb aufnemen, die Brennelemente seien geladen, nun werde es kein anderes größeres Problem mehr geben.

Nachtrag 17.1.2016:

Die Wiederinbetriebnahme des AKW Kudankulam 1 wird jetzt am 24. Januar 2016 erwartet. Zwischenzeitlich waren der 5. und der 16. Januar genannt worden. Der indische Atomminister Jitendra Singh kündigte an, das AKW werde “bald” wieder den Betrieb aufnehmen. Die lange Wartung sei ein ganz “natürlicher Prozess”.

Nachtrag 24.1.2016:

Der Reaktor wurde laut Medienberichten am 21. Januar 2016 kritisch. Strom soll er nach aktueller Prognose ab 28. Januar liefern.

Nachtrag 28.1.2016:

Immer noch kein Strom aus Kudankulam, die Aufnahme der Stromerzeugung wurde auf den 31. Januar 2016 verschoben.

Nachtrag 31.1.2016:

Nach Informationen der Netzgesellschaft ging das AKW Kudankulam 1 am 30.1.2016 um 7:12 wieder ans Netz – allerdings nur für kurze Zeit: Um 17:35 Uhr fiel es wieder aus. Über die voraussichtliche Dauer des Ausfall machte die Netzgesellschaft keine Angaben.

Der AKW Chef S. Sundar teilte dagegen in der Times of India mit, das AKW werde am 31.1.2016 wieder ans Netz gehen. Er äußerte auch die Hoffnung, zwei Tage später würde dann die volle Leistung von 1.000 MW erreicht.

Wieder Notabschaltung des AKW Kudankulam

KKNPPJan15Am Abend des 9.Mai 2015 musste das AKW Kudankulam wegen einer „kleineren technischen Störung” gestoppt werden. Genauere Angaben aus der Betreiberfirma sind widersprüchlich. Die Serie der Notabschaltungen während der Inbetriebnahme des AKWs hält auch nach dem Beginn der kommerziellen Produktion an.

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AKW Kudankulam wegen Turbinenschadens abgeschaltet

Protest 10.9.2012 beim AKW Kudankulam. Foto von Amirtharaj Stephen

Protest 10.9.2012 beim AKW Kudankulam. Foto von Amirtharaj Stephen

Der erste Block des AKW Kudankulam musste am 26.September 2014 wegen einer Beschädigung der Turbinenblätter heruntergefahren werden. Für die Reparatur wird der zweite, noch nicht kritische Reaktor ausgeschlachtet.

Eine Ende Oktober 2014 veröffentlichte Studie empfiehlt, die Inbetriebnahme des ersten Blocks wegen gravierender Mängel abzubrechen und die Brennelemente aus dem Reaktor zu entfernen. Nur so könne eine Katastrophe abgewendet werden.

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Gutachten zu Störfall im AKW Kudankulam widerspricht offizieller Darstellung

Am 14.Mai 2014 waren im AKW Kudankulam sechs Beschäftigte zum Teil schwer verletzt worden (Unglück im AKW Kudankulam). Dazu wurde am 15.Juni 2014 ein kritisches Gutachten veröffentlicht. Dieses verweist auf   andere Ausfällen im gleichen Bereich des AKW und zeigt, dass die offizielle Version eines Vorfalls im Rahmen von Wartungsarbeiten nicht glaubwürdig ist. Plausibler seien die ersten Berichte über eine Explosion im Bereich der Wasserzufuhr.

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Weiterhin kein Strom aus AKW Kudankulam

Am 29.Januar kam es im ersten Block des AKW-Kudankulam zu einem Turbinenschaden. Die Wiederaufnahme der Stromproduktion, wurde zunächst für den 2.Februar angekündigt und danach immer wieder verschoben. Das ist den Berichten der Netzbetriebsgesellschaft zu entnehmen. Die etablierte Presse berichtete den Turbinenausfall als Positivmeldung, in zwei bis drei Tagen werde das AKW wieder ans Netz gehen („Kudankulam nuclear plant to restart operations in two days”). Inzwischen sind sieben neun Tage vergangen (Update am 7.2.14).

Die AKW-Betreibergesellschaft kündigt den Beginn der kommerziellen Produktion noch immer für Februar 2014 an (NPCIL abgerufen am 5.2.2014. Ab Mitte Februar wird dort dann vermutlich der März 2014 angekündigt. Siehe dazu “AKW Kudankulam – Produktionsbeginn wieder verschoben“).

Der erste Block des AKW Kudankulam wurde am 22.Oktober 2013 zum ersten Mal mit dem Netz verbunden. Seither kam es zu acht Ausfällen, an vierzig Tagen lieferte das AKW keinen Strom. Die Verhandlungen über die Lieferung weiterer solcher AKWs durch die Rosatom laufen noch.

AKW Kudankulam wieder vom Netz

Nun ist der zweite Versuch, Strom zu liefern, auch gescheitert. Das AKW ging gestern, 29.10.13, um 20:03 Ortszeit vom Netz. Nach einem Bericht des Netz-Betreibers (Power System Operation Corporation Ltd.) gab es Probleme bei der Wasserzufuhr. Das AKW habe am 29.Oktober durchschnittlich 161 MW geliefert, am Tag zuvor waren es noch 200 MW. So der eine Bericht.

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