Category Archives: Atom-Indien

Lähmung der Anti-AKW-Bewegungen nach der Wahl

Kurz nach der Wahl kursierten Gerüchte, die neue Regierung unter Modi werde den Ausbau der Atomenergie hintan stellen. Inzwischen lässt Premier Modi keine Zweifel, dass er das Atomprogramm der Vorgängerregierung mit aller Macht umsetzen wird. Die Anti-AKW-Bewegungen haben dem wenig entgegen zu setzen – aus Widerstand wird Protest.

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Indische Aktivisten protestieren in Japan gegen Atomexport

PradeepIndulkarTokioJuli14Am 25.Juli 2014 hat der indische Anti-Atom-Aktivist und Filmemacher Pradeep Indulkar bei einer Protestaktion vor dem japanische Parlamentsgebäude in Tokio Premier Abe aufgefordert, mit Indien keinen Atomhandelsvertrag abzuschließen:

My friends,
I am coming from India and specifically from Jaitapur, where the world’s biggest nuclear power plant is proposed and thousands and thousands of farmers and fishermen are fighting against this proposed nuclear power plant. I appeal all of you Japanese friends to support the struggle of our farmers and fishermen. I also request Japanese Prime Minister Mr. Abe please do not sign Indo-Japan nuclear treaty that will harm our nature, life and livelihood of local people and create unrest and increase nuclear tension in Asia. (Facebook)

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Greenpeace bedroht die nationale Sicherheit Indiens

So berichteten indische Medien etwas verkürzt. In einem nicht-öffentlichen Bericht des indischen Geheimdienstes wurden aus dem Ausland finanzierte NGOs als Bedrohung für die nationale wirtschaftliche Sicherheit Indiens ausgemacht. Ihre Aktivitäten minderten das Wirtschaftswachstum um jährlich 2 bis 3 Prozent.

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Die größte Demokratie der Welt? – Das Buch zur Wahl in Indien

cover_klas_indien_webDominik Müller hat das Buch zu den Wahlen in Indien geschrieben. Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses erschien sein Buch zu Indien bei Assoziation A.

Wer verstehen will, was die Menschen in Indien von ihrer neuen Regierung zu erwarten haben, muss dieses Buch lesen. Der neue Regierungschef Narendra Modi und die  hindu-nationalistischen Parteien werden versuchen, die Interessen der Konzerne rücksichtslos durchzusetzen. Der Einsatz von Gewalt gehört dazu. Der Fortschritt fordert eben auch Opfer.

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Die Wahlen in Indien – Ein Desaster auch für Atomkraft-GegnerInnen

Narendra Modi von der hindu-nationalistischen BJP verfügt im neuen indischen Parlament über die absolute Mehrheit. Zu den Verlierern der Wahl gehören auch die Anti-Atom-Bewegungen. Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu haben AktivistInnen aus der Bewegung gegen das AKW Kudankulam für die Anti-Korruptionspartei AAP kandidiert. Aus Protest gegen das AKW Jaitapur hat die muslimische Gemeinde Sakhri Nate hindu-nationalistisch gewählt. Wahlboykott war in den Anti-AKW-Bewegungen kein Thema. Keine guten Aussichten, Repression und innere Zerreißprobe drohen.

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Indien zwischen Atomkraft und Solarstrom

„Indien hat ein gravierendes Energieproblem – und die Chance, neue Wege zu gehen. Fachleute und engagierte Bürger setzen auf dezentrale, regenerative Energien in diesem sonnenreichen Land. Modellprojekte gibt es schon. Doch die Regierung fördert vor allem die Atomkraft. Zusammen mit dem französischen Konzern AREVA plant sie das größte Kernkraftwerk der Welt – im erdbebengefährdeten Jaitapur.” (aus der Sendungsankündigung)

Zum Hören und Lesen bei  SWR2 …

Fotos von Amirtharaj Stephen bei Fukushima-Demo in Neckarwestheim

Neckarwestheim 3.9.2014

Neckarwestheim 3.9.2014

Auf der Fukushima-Demo in Neckarwestheim am 9.3.2014 wurden Bilder des indischen Fotografen Amirtharaj Stephen ausgestellt. Die Fotografien geben einen Eindruck vom Kampf gegen das AKW Kudankulam in Südindien. AktivistInnen hatten die Bilder am Haupttor des AKW aufgehängt. Auf ihrem Transparent forderten sie: „Atomexporte stoppen – Areva stilllegen”.

Kudankulam-Bilder von Amirtharaj Stephen: “A Nuclear Plant in My Backyard”.

Zur Demo in Neckarwestheim: SWR, Heilbronner Stimme, kurzes Video, langes Video, Sketch mit Oshidori Mako ab hier.

 

Kumar Sundaram betont militärische Bedeutung des indischen Atomprogramms

Indiens Atompolitik war schon immer undurchsichtig, und die zivilen und militärischen Komponenten sind eng miteinander verflochten. Indien kaufte und verwendete in den 50er und 60er Jahren Material, Technik und Fachwissen unter dem Motto „Atoms for Peace” von den USA, Kanada, Britannien und anderen Ländern und sorgte damit dann 1974 für eine „friedliche” Detonation. Das bewies, dass die vermeintlich zivile Technik militärisch relevant ist. Als Reaktion auf diesen Vorfall entstand die internationale Nuclear Suppliers Group (NSG), die die Proliferation von Kernwaffen verhindern soll. Indien erzeugt kaum Atomstrom. Das gesamte Programm war immer auf militärische Ziele ausgerichtet. Beispielsweise wurden Reaktortypen gewählt, die Plutonium für die Waffenherstellung erzeugen. Dem Abkommen mit den USA zufolge ist das militärische vom zivilen Atomprogramm getrennt. Aber das spielt keine Rolle mehr, denn Indien hat jetzt Atomwaffenstatus. Heute kauft Indien Uran für Atomkraftwerke auf dem Weltmarkt, sodass mehr heimische Ressourcen für Rüstungszwecke zur Verfügung stehen.

So der indische Friedens- und Antiatom-Aktivist Kumar Sundaram in einem Interview mit E+Z. Vollständiges Interview …

Beim Besuch des indischen Aktivisten in Deutschland wurde das Graffito an einem der beiden Bunker in der Mutlanger Heide ergänzt. ‘Shanti’ und ‘Aman’ – Frieden in Hindi und Urdu.

Atomstrom – mit aller Macht

Indien setzt auf Kernkraft: Neue Meiler sollen die Energie­versorgung des Landes sichern. Kritik an diesem Kurs wird von der Regierung rabiat unterdrückt. Und westliche Atom­kon­zerne wittern das große Geschäft.

Guter Artikel zum indischen Atomkraft-Programm von Dominik Müller in dem christlichen Magazin „Weltsichten”.  ... zum Artikel

Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf Jaitapur, die Informationen zu Kudankulam sind etwas ungenau: Dort ging nur der erste von zwei Reaktoren ans Netz, und das erst im Oktober 2013 und auch nur vorübergehend. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS spricht inzwischen ganz bescheiden von „ersten Versuchen” zur Stromproduktion.