Category Archives: Atom-Indien

Pradeep Indulkar ist tot

Völlig unerwartet starb Pradeep Indulkar am 4.November 2022 im Alter von 59 Jahren. Er kollabierte auf dem Heimweg in Thane (bei Mumbai). Zwei Krankenhäuser verweigerten die Aufnahme, im dritten konnte er nicht mehr gerettet werden. Todesursache war wohl ein Herzinfarkt.

Pradeep hat mit seinen Filmen und seinen Rundreisen ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die indische Anti-AKW-Bewegung weltweit bekannt wurde. Dieser Blog wäre ohne ihn nicht möglich gewesen.

Zur Erinnerung an unseren Freund veröffentlichen wir einige Fotos aus den Jahren 2013 bis 2017. Wir haben auch auf einer Seite Pradeeps Filme “High Power” und “Jaitapur live” sowie einige Videos von bzw. mit Pradeep verlinkt.

In memory of Pradeep Indulkar: Join DiaNuke Online Conversation on 21 January 2023

Falschmeldung über angebliche Kürzung des indischen AKW-Programms auf ein Drittel

Selbst atomkritische Medien verbreiteten die Falschmeldung, die indische Regierung habe im April 2018 ihre AKW-Pläne auf ein Drittel gekürzt. Tatsächlich wurden die Ausbauziele auch nicht minimal reduziert. Die Modi-Regierung wird allerdings nur einen Teil der geplanten AKWs bauen können.

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Nuclear Lies – Film jetzt auf Youtube

Der Film von Praved Krishnapilla über Indiens Atomindustrie ist seit April 2018 auf Youtube verfügbar: https://youtu.be/vx0GpGcEhBE
Hier gibt es Hintergrundinformationen zum Film.

Atomkraftwerke für Indiens militärische Supermacht-Ambitionen

Da einerseits der Ausbau der Atomenergie auch in Indien immer absurder erscheint und anderseits die indische Regierung nicht blöd ist, stellt sich die Frage nach den wirklichen Zielen des indischen Atomenergieprogramms. Dieser Beitrag stellt folgende These zur Diskussion: Mit dem Bau von Atomkraftwerken soll eine einheimischen Atomindustrie aufgebaut werden, die in der Lage ist, die indische Kriegsmarine mit Atomantrieben auszurüsten.

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Proteste gegen indisches Atomprogramm während COP21

Die indische Regierung propagiert den Ausbau der Atomenergie als Maßnahme gegen den Klimawandel. In ihrer Absichtserklärung zum Klimagipfel in Paris kündigt sie eine Vervielfachung der heutigen Atomkraft-Kapazität an: von heute 5,7 GW auf 63 GW im Jahre 2032. Dazu müssten sechzig neue Atomkraftwerken gebaut werden. Mindestens dreißig dieser AKWs sollen importiert werden. Ein Riesengeschäft für die internationale Atomindustrie.

Protest vor Areva-Zentrale

Der französische Staatskonzern Areva möchte mit dem Bau von sechs EPR-AKWs in Jaitapur seinen Anteil an diesem Geschäft sichern. Für Aktivist/innen aus vier Ländern war das der Anlass, am 10.Dezember 2015 die Areva Zentrale in Paris aufzusuchen. Vor dem Eingang des schwarzen Areva-Turms in La Defense forderten sie Areva auf, den Uranabbau einzustellen. Den Beschäftigten überbrachten sie aus Jaitapur den Appell „Arbeitet nicht für Atomkraft“. Die Protestierenden solidarisierten sich mit dem Widerstand in Jaitapur. Areva-Beschäftigte quittierten den Protest mit blödem Grinsen. Die in La Defense patrouillierenden Uniformträger ignorierten die Aktivist/innen (Bild 1).

Bild 1: Protest vor der Areva-Zentrale

Bild 1: Protest vor der Areva-Zentrale

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COP21 – Don’t nuke the climate!

Nuclear power is no solution. India government plans expansion of nuclear power against strong opposition of local people. Next step could be a nuclear agreement between India and Japan, signed during Abe’s visit to India this week. There will be international protests against this agreement.

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Nuclear Lies – Informationen zum gleichnamigen Film über die indische Atomindustrie

 

“18.Mai 1974: Ein friedliches Nuklearexperiment wurde in Pokhran, Rajasthan, durchgeführt.”

(Bhabha Atomforschungszentrum BARC)

Aktuell sind in Indien 20 Atomkraftwerke an 7 Standorten im Betrieb. Sie haben insgesamt eine Nennleistung von 5.680 Megawatt. Die indische Atomindustrie umfasst die komplette Nuklearkette, vom Uranabbau, über Anreicherung, Brennelemente- und Bombenproduktion und Wiederaufarbeitung bis zur Zwischen-Endlagerung. Der Film “Nuclear Lies” zeigt nicht alle Atomanlagen, deckt aber die ganze Breite der Atomindustrie ab.

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Nuclear Lies – Rundreise mit Praved Krishnapilla

NuclearLiesIm September 2015 reist Praved Krishnapilla mit seinem Film “Nuclear Lies – Atomlügen” durch Deutschland:

15.9.15 Freiburg im KoKi, AntiAtom Freiburg 19:30 Uhr
16.9.15 Tübingen, 4-Häuser-Projekt und BUND Regionalverband Neckar-Alb 19:30 Uhr im Café des 4-Häuser-Projekts, Hechinger Str. 46
17.9.15 Schwäbisch Hall im Kino im Schafstall 20:00 Uhr
18.9.15 Frankfurt am Main 20:15 Uhr in der Raumstation Rödelheim, Auf der Insel 14 (Hinterhof)
19.9.15 Hannover 19:30 Uhr im KoKi, Sophienstr.2
20.9.15 Berlin im Regenbogenkino 19:00 Uhr
21.9.15 Kiel, BI gegen Atomanlagen 19:30 Uhr im
FahrradKinoKombinat, Alte Mu, Lorentzendamm 6-8
22.9.15 Wendland, BI Lüchow-Dannenberg 19:30 Uhr, Ostbahnhof, Dannenberg
23.9.15 Hamburg im Centro Sociale 19:30 Uhr
24.9.15 Flensburg 19:30 Uhr, Tableau, Kurze Str. 1 / Ecke Hafendamm

Neuer Film: Nuclear Lies – Atomlügen

NuclearLies

Bild: © Nuclear Lies

Der Dokumentarfilm „Nuclear Lies“ deckt die furchtbaren Missstände rund um indische Atomanlagen auf. Mit Lügen werden die Menschen manipuliert, mit Polizeigewalt zum Schweigen gebracht.

Der 72-minütige Film nimmt uns mit auf eine Reise zu verschiedenen Standorten der Atomindustrie in Indien – angefangen bei einer Uran-Mine über die derzeit größte geplante Nuklearanlage der Welt in Jaitapur an der Westküste bis hin zu den beiden Reaktorblöcken bei Kudankulam an der Südspitze Indiens.

Dabei stellt Regisseur Praved Krishnapilla weniger die ökonomischen Zusammenhänge in den Vordergrund, sondern widmet sich vielmehr den Stimmen und Perspektiven der Betroffenen und ihrem persönlichen Kampf ums Überleben.

Der Film geht 2015 in den Kino-Verleih. Anti-Atom-Gruppen können den Film (mit deutscher Synchronisation) ab März 2015 beim Waldviertler EnergieStammtisch beziehen.

Vom Widerstand zum Protest – Die Anti-AKW-Bewegung unter Modi

Mit den Wahlen im Mai dieses Jahres ist die Bewegung gegen die Atomkraftwerke in Indien abgeflaut. Nach Niederlagen in Kudankulam und Jaitapur wurde der Widerstand durch die Fokussierung auf die Wahlen weiter geschwächt. Mit Modi hat das nichts zu tun. Dieser verkündete zwar, das Atomprogramm in vollem Umfang umsetzen zu wollen, wirkliche Fortschritte konnte er aber bislang nicht erzielen. In der Auseinandersetzung um die Atomkraft in Indien ist eine vielleicht trügerische Ruhe eingetreten.

… weiter auf anti atom aktuell.

Nachtrag:

Shiv Sena weiterhin gegen AKW Jaitapur. Udayakumar aus AAP ausgetreten. Continue reading